Neues Agglomerationsprogramm liegt auf

Feierabendverkehr in Luzern

Foto J. Birrer

Tiefbahnhof, Bypass, Optimierung des Busverkehrs und ein neues Siedlungskonzept: Das Agglomerationsprogramm Luzern wurde weiterentwickelt und liegt ab Mitte September zur Mitwirkung auf.

Das Agglomerationsprogramm (AP) Luzern wurde gestützt auf ein neues Zukunftsbild 2030 vom Kanton Luzern unter Co-Federführung des Regionalen Entwicklungsträgers LuzernPlus weiterentwickelt. Es steht ab 15. September während rund 60 Tagen allen interessierten Kreisen zur Mitwirkung offen. Laut Mitteilung der Staatskanzlei Luzern vom Mittwoch, enthält das Agglomerationsprogramm der so genannten zweiten Generation Massnahmen mit Realisierungsbeginn zwischen 2015 und 2018. Aufgeführt seien neben den übergeordneten Schlüsselmassnahmen Tiefbahnhof und Bypass vor allem Optimierungsschritte beim Busverkehr, dem Langsamverkehr sowie der Siedlungsbegrenzung nach aussen und der Siedlungsentwicklung nach innen.

Bund steuert 35 Prozent bei

Für das Ende 2007 dem Bund eingereichte Agglomerationsprogramm Luzern (erste Generation) wurde vor kurzem die Leistungsvereinbarung mit den Bundesbehörden unterzeichnet. Festgehalten sind darin die Massnahmen mit Realisierungsbeginn von 2011 bis 2014 sowie die Unterstützung des Bundes mit Beiträgen von 35 Prozent. Die zweite Phase der Mittelfreigabe von 2015 bis 2018 wird auf der Basis von weiterentwickelten und aktualisierten Agglomerationsprogrammen vorgenommen. Diese AP der zweiten Generation müssen beim Bund bis am 30. Juni 2012 zur Prüfung eingereicht werden.

AP der ersten Generation

Das AP Luzern der ersten Generation zeigt in einer Gesamtstrategie mit 24 vernetzten Massnahmen, wie die Siedlungs- und Verkehrsentwicklung künftig nachhaltig aufeinander abgestimmt werden soll. Schlüsselmassnahmen im Bereich Strassenverkehr sind neben den beiden neuen Autobahnanschlüssen Rothenburg und Buchrain insbesondere das Gesamtsystem Bypass. Damit soll der Durchgangsverkehr auf zwei zweispurige Tunnel umgelagert werden.
Schlüsselmassnahmen im Bereich öffentlicher Verkehr sind neben neuen S-Bahn-Haltestellen und dem Doppelspurausbau und der Tieflegung der Zentralbahn insbesondere der Tiefbahnhof Luzern mit unterirdischer Zufahrt ab Ebikon. Eine weitere Schlüsselmassnahme stellt der Ausbau des Seetalplatzes dar.

Tiefbahnhof vorrangig

Beim Schienenverkehr ist die möglichst rasche Realisierung des national bedeutenden Tiefbahnhofs (inkl. Durchgangsbahnhof) vorrangig. Weitere Massnahmen wie der Ausbau des Bahnhofs Emmenbrücke, des Tunnels der Zentralbahn in Hergiswil, neue S-Bahn-Haltestellen (z.B. Langensand-Steghof oder Ruopigen) und der weitere Ausbau des S-Bahnsystem Luzern werden frühestens gleichzeitig mit dem Tiefbahnhof umgesetzt. Aufgrund der häufigen und zunehmenden Staubelastung für die Busse vom und zum Bahnhof werden einzelne Buslinien künftig anders geführt und an neue Knoten des öffentlichen Verkehrs geleitet. Beim motorisierten Individualverkehr steht die baldige Realisierung des Gesamtsystems Bypass im Vordergrund.

AP der zweiten Generation

Das AP Luzern der zweiten Generation baut grundsätzlich auf der Gesamtkonzeption des AP Luzern der ersten Generation auf und entwickelt dieses weiter. Es stützt sich auf das Zukunftsbild 2030 der Agglomeration Luzern, das auch die Umlandgemeinden im ganzen Raum des Entwicklungsträgers LuzernPlus umfasst. Besonders im Bereich Raumordnung sind vollständig neue Massnahmenpakete vorgesehen. Diese umfassen neben den erforderlichen Massnahmen zur Siedlungsentwicklung nach innen und zur Begrenzung der Siedlungsentwicklung nach aussen auch Schlüsselarealplanungen an Standorten mit guter öV-Erschliessung.

Das Mitwirkungsverfahren für das AP Luzern der zweiten Generation wird am 15. September eröffnet und dauert bis am 14. November. Alle Unterlagen sind ab 14. September im Internet unter:www.aggloprogramm.lu.ch aufgeschaltet.
26.9.2011