Zuversicht im Immobiliensektor

Zementabsatz in der Schweiz 2010 gestiegen

Die Zinsen bleiben tief

Nationalbank lässt Leitzins bei 0,25 Prozent

Das Zinsniveau in der Schweiz bleibt tief: Die Schweizerische Nationalbank (SNB) strebt immer noch einen Leitzins von rekordtiefen 0,25 Prozent an. Damit wird die Schweizer Wirtschaft weiterhin grosszügig mit billigem Geld versorgt.

Der für die Geldpolitik massgebliche Dreimonats-Libor soll wie seit März 2009 im Zielband von 0 bis 0,75 Prozent gehalten werden, wie die SNB am Donnerstag bekannt gab. Beim Dreimonats-Libor handelt es sich um einen Marktzins, den die Nationalbank nur indirekt steuern kann. Er lag am Mittwoch bei 0,17 Prozent.

Die Nationalbank rechnet weiterhin mit einem Wachstum der Schweizer Wirtschaft um rund 2,5 Prozent in diesem Jahr. Im kommenden Jahr dürfte das Bruttoinlandprodukt (BIP) um rund 1,5 Prozent zunehmen, wie sie weiter bekannt gab.

Die Bilanzrisiken der SNB haben sich erhöht

Die massiven Währungskäufe der Nationalbank haben aus Sicht von Vizepräsident Thomas Jordan die Bilanzrisiken erhöht. Die auf 280 Mrd. Fr. angewachsene Bilanz umfasse Währungsreserven im Umfang von 260 Mrd. Franken. Das Wechselkursrisiko sei nun klar das bedeutendste Risiko der SNB. «Schwankungen der jährlichen Erträge in Milliardenhöhe kamen zwar auch in der Vergangenheit immer wieder vor», betonte Jordan. Künftig sei aber mit noch bedeutenderen Ertragsschwankungen zu rechnen. Jordan relativierte aber die Risiken: Verluste auf Fremdwährungspositionen verminderten sich erfahrungsgemäss über die Zeit. Die SNB lege zudem schon seit langem Wert auf eine robuste Bilanz.

Im Fall einer Deflationsgefahr will die SNB Massnahmen zur Gewährleistung der Preisstabilität ergreifen. Sorgen um die Stabilität in der Eurozone hätten an den Finanzmärkten erneut zu Anspannungen geführt, schreibt die Nationalbank. In diesem Zusammenhang habe sich der Schweizer Franken erneut aufgewertet.

«Notwendige Massnahmen ergreifen»

Falls sich diese Anspannungen verschärften und die wirtschaftliche Entwicklung in der Eurozone belasten sollten, würde auch die Schweizer Wirtschaft in Mitleidenschaft gezogen. «Sollte eine Deflationsgefahr auftreten, würde die Nationalbank die notwendigen Massnahmen ergreifen, um die Preisstabilität zu gewährleisten», erklärte die SNB.

Die Inflationsprognose zeige, dass kurzfristig keine Gefahr für die Preisstabilität bestehe. Allerdings zeige die ansteigende Prognose in 2012 und 2013, dass die gegenwärtige, expansive Geldpolitik nicht über den gesamten Prognosehorizont weitergeführt werden könne, ohne die langfristige Preisstabilität zu gefährden.

20. Dezember 2010